Carolin Neumann eröffnet die Social Media Week Hamburg (Foto: Veronika Reichboth)

Erfolgreich zum eigenen Medien-Business: 5 Learnings & 1 Wahrheit von der Social Media Week Hamburg

Was gehört zum erfolgreichen Gründen in der Medienbranche? Wie schätzen Mediengründer die Zukunft des Journalismus ein? Welche ungewöhnlichen Wege gehen Medienunternehmer in Deutschland heute? Das sind die Fragen, die uns bei Jouvenir umtreiben. Auf der Social Media Week Hamburg haben wir Antworten gesucht.Bereits das vierte Mal war Gründerin Carolin Neumann im Advisory Board der internationalen Veranstaltungsreihe, die in Hamburg immer im Februar stattfindet. Ihr Fokus in diesem Jahr analog zum Jouvenir Ideencamp: Medienunternehmertum. Bei unserem Thementag „Medien & Business“ waren zahlreiche Gründer geladen, die über ihre Höhepunkte, Niederlagen und Learnings berichteten.

Wir haben fünf Dinge gelernt:

1. Leidenschaft

Anke Rippert, Geschäftsführerin des Hamburger Verlages Inspiring Network, sagt treffend, warum dieser Punkt an Nummer #1 steht:

Und vielleicht gehört auch dazu, sich ganz auf eine Idee zu konzentrieren, anstatt zu versuchen, nebenbei was aufzubauen. Marco Maas jedenfalls, Geschäftsführer der Datenjournalismus-Agentur OpenDataCity, scheint der Meinung zu sein, dass sein Unternehmen heute schon ganz woanders sein könnte:

2. Ausdauer

Eine der wichtigsten Botschaften der vielen Gründer und Entrepreneure, die an diesem Tag unsere Gäste waren: Geduld haben. Es klingt so einfach, ist aber in Wirklichkeit verdammt schwer, da waren sich unsere Teilnehmer einig.

 

3. Geschäftstüchtigkeit

Wenn Journalisten gründen, dann häufig vor allem deshalb, weil sie für ein Thema so brennen, dass sie ihm ein eigenes publizistisches Umfeld geben wollen. Einige unserer Gäste gestanden, dass ihnen darüber hinaus zumindest anfangs das wirtschaftliche Knowhow fehlte, das es braucht, um erfolgreich ein Medien-Business aufzubauen. Aber: Zum Gründen gehört auch, das zu lernen.

Spannend war in dem Zusammenhang, dass zum Beispiel Julia Köberlein von „Der Kontext“ gelernt hat, wie ein Startup zu denken, also kleine Schritte zu gehen, das Produkt anzupassen und transparent damit umzugehen. Bemerkenswert war auch, dass sie anders als viele journalistische Unternehmer nicht von Lesern, sondern von Kunden spricht:

Im Zweifel macht man das beste Geschäft in der Nische, da waren sich die Referenten einig:

4. Das richtige Team

 

Auf unserer Bühne hatten wir eine Menge davon: starke Gründerpersönlichkeiten. Hier kumuliert alles aus den letzten drei Punkten: Ein guter Gründer ist leidenschaftlich, ausdauernd, geschäftstüchtig und noch ein paar weitere Attribute. Vor allem Lina Timm, Leiterin des Media Lab Bayern (unseres Ideencamp-Kooperationspartners), machte aber auch deutlich, dass der beste Gründer nichts ist ohne sein Team (das er natürlich auch noch gut führen können muss):

Veranstaltungen wie Hacks/Hackers, Startup Weekends oder die Meetups von Jouvenir können helfen, das Team um die richtigen Personen und Eigenschaften zu erweitern. Vieles lässt sich natürlich mit Dienstleistern umsetzen, aber eben nicht alles.

Die Wahrheit übers Geld verdienen im Journalismus:

Am Ende hat der Thementag das vermittelt, was wir uns erhofft hatten: dass mit Medien durchaus Geld zu verdienen ist und nicht alles so aussichtslos ist für den Journalismus, wie manche gerne behaupten. Mit einer wichtigen Einschränkung:

Soll heißen: Nicht mit den schönen Texten wird Geld verdient, sondern mit der Reichweite, die diese generieren. Diese wird dann durch Werbung oder weitere Produkte zu Geld gemacht. Das ist eines der wichtigsten Learnings für alle Journalisten, die mit dem Starten eines eigenen Projektes liebäugeln und damit Geld verdienen wollen.

Die gute Nachricht ist aber: Die Zeiten ändern sich. Noch zahlen laut aktuellen Untersuchungen zwar gerade mal drei Prozent der Deutschen für journalistische Inhalte im Netz, doch der Trend geht nach oben. Unsere Referenten sind optimistisch – sie setzen teilweise selbst auf bezahlte journalistische Inhalte, zum Beispiel das Startup Piqd aus München. Vor allem auf Seite der Publisher tut sich was:

Wer jetzt ein Medienunternehmen gründet, tut dies also in einer hochspannenden Zeit. Paid Content wird wichtiger und immer akzeptabler auch für Kunden, die aus dem Netz lange Zeit nur kostenlose journalistische Inhalte gewohnt waren. Die größten Chancen hat man dabei in der Nische, weil sowohl das Publikum als auch Werbekunden hier den meisten Nutzen haben. Um die Benefits zu erleben, muss man als Mediengründer allerdings viel Geduld mitbringen. Im Zweifel wird es noch mal deutlich länger bis zum Erfolg dauern, als man sich das im pessimistischsten Szenario ausgemalt hatte.


Unterm Strich:

Bei unserem Partner nextMedia.Hamburg erzählen Teilnehmer des Jouvenir-Thementages noch mal ihre wichtigsten Learnings als Gründer:

Wir haben einige Fotoeindrücke vom Thementag „Medien & Business“ auch in einem Facebook-Album gesammelt.

Und wer jetzt total Lust bekommen hat, sich selbst als Mediengründer auszuprobieren, der sollte sich mal das Jouvenir Ideencamp zu Gemüte führen. Unser Workshopwochenende hilft euch dabei, eure Gründungsidee zu perfektionieren.

Danke allen, die beim Thementag dabei waren – ob auf der Bühne, im Livestream oder im Publikum!

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